Carnificis Luxemburgensis - Executoris Justitae


Nachrichter von St. Johann (bei Saarbrücken, Grafschaft Nassau-Saarbrücken) als Nachfolger von Johann (Hans) Michel Baur - Seit 1679 Nachrichter in Luxemburg. 

In St. Johann lassen die Eheleute Hans Caspar Back und Maria Ursula N. zwei Kinder lutherisch taufen. In Luxemburg taucht das Ehepaar als Caspar Back und Anna Ursula geb. Langhaan auf und läßt dort ihre Kinder katholisch taufen. 

Die Luxemburger Scharfrichter und ihre Beziehungen zu Steinbrücken. 

Der Scharfrichter von Luxemburg Jacob Karp und seine Frau sind 1636 während der grossen Epidemie an der Pest gestorben. Am 7 Juli 1643 verkauft ihre Tochter Katharina Karp, die den Abdecker Nicolaus Back von Steinbrücken geheiratet hatte, ein im Bisserweg gelegenes und von ihren Eltern ererbtes Haus, an den nunmehrigen Scharfrichter Hans Michel Schwindt. Am 30 Nov. 1682 sind der Abdecker Nikolaus Back aus Steinbrücken und seine Frau Katharina Karp, Pate und Patin gestanden, bei Nikolaus Schwindt, Sohn des Johann Schwindt und dessen Ehefrau Barbara Schweml, also dem Enkel von Meister Hans Michel Schwindt. Gaspar Back der spätere Scharfrichter war sehr erbost, als besagter Nikolaus Back und seine Frau sich ostentativ weigerten dieselbe Funktion bei einem seiner Kinder zu übernehmen und es gab Familienkrach. Im Aug. 1687 legt derselbe Nikolaus Back aus Steinbrücken, Berufung beim Provinzialrat ein, gegen ein angeblich parteiisches Urteil des Hochgerichtsherrn Pierre Bewing aus Steinbrücken, gemäss welchem er einer gewissen Anna Back 100 Taler zu je 30 Stüber zahlen musste. Anhand seiner Ernennung vom 2 April 1693 als Scharfrichter von Luxem­burg durch Ludwig XIV, wendet sich Gaspar Back an den Probst mit dem Antrag, dem Nikolaus Back aus Steinbrücken, unter Androhung einer Strafe von 200 Gulden, zu gebieten, sich in keiner Weise mehr in seine Funktionen einzumischen. Am 9 Nov. 1693 erhält er Satisfaktion Der Propst verurteilt den «Nikolaus Back de Pontpierre» sich jeder Einmischung in die Geschäfte des Scharfrichters zu enthalten. Am 24 April 1753 vermerkt der Unterpropst J. Benoit Denis, Landmeier von Steinsel, dass ihm der Wasenmeister Peter Schwindt aus Steinbrükken 100 Eier und zwei Lederne Halfter geliefert habe, wegen der Wasenmeisterei Bettemburg. - Ob das in Steinbrücken gelegene ehemalige «Schwindhaus» eine Beziehung zu Vorstehendem hat, ist nicht belegt.


Herman Ngael mein ältester Vorfahre - Herman NAGEL mon plus ancien ancêtre

Stammte aus Köln. War ev., auch die Kinder wurden ev. getauft. Wasenmeister in Rhens, Carnifex in Koblenz In den Quellen wird dieser älteste bekannte Scharfrichter Nagel stets nur "Hermann" (o.ä.) und niemals "Johann Hermann" genannt. Solche Vornamenskombinationen mit "Johann" waren zu seiner Zeit, im 16. Jahrhundert, noch nicht gebräuchlich. Wie Hellmuth Gensicke in seiner "Geschichte der Stadt Braubach" (Braubach 1976, S. 59) schrieb, wird "Meister Hermann" zuerst 1568 erwähnt als der für das Amt Braubach bestallte Scharfrichter. 1575 bis 1582 erscheint er in den erhaltenen Braubacher Kellereirechnungen als in Rhens wohnhaft, wobei er auch mit vollem Namen Hermann Nagel und mit Herkunft aus Köln genannt wird. Herr Held aus Bonn hat sich aufgrund dieser Quellenangaben vor etlichen Jahren an das Hessische Staatsarchiv Marburg gewandt, wo die Kellereirechnungen des Amtes Braubach aufbewahrt werden (Best. 1 Nr. 179-180). Wie das StA Marburg mitteilte, findet sich die Herkunftsangabe ein einziges Mal in Nr. 179 auf einer Quittung vom 2. Dez. 1577: "Hirman Nagel von Collen (Rückseite: Scharffrichter von Rhenß)". Damit ist die Herkunft aus Köln belegt. Dass Hermann Nagel auch SCHARFRICHTER in Köln war, wird in der Quelle jedoch nicht gesagt und ist eher zu bezweifeln. Die bekannten Kinder von Hermann Nagel wurden ab ca. 1570 (bis 1590) geboren, so dass sich vermuten lässt, dass er kurz vorher, wohl gleichzeitig mit seinem Dienstantritt 1568 in Braubach, heiratete. Das wiederum macht es wahrscheinlich, dass Braubach seine erste Scharfrichterstelle war. Seine Geburt ließe sich ca. 1540 ansetzen. Er starb in Rhens und wurde dort am 21.08.1596 begraben ("Auf Sambstag den 21. Augusti 1596 ist begraben worden Meister Herman der Scharfrichter und dieweil er sich unserer Kirchenordnung gemäß gehalten, ist ihm auch Kirchenrecht mit dem Begräbnus geschehen"). "Cecilia M. Hermans des Nachrichters zu Rhens hinterlassene Wittib" war am 2. August 1597 Patin in Rhens bei einem Kind von M. Johannes (Nagel). Diese Daten aus dem ev. Kirchenbuch von Rhens hat vor noch längeren Jahren Herr August Deynet, Boppard, erhoben und sie Herrn Held mitgeteilt. Ob Meister Hermanns Bekenntnis zum ev. Glauben reiner Opportunismus war oder möglicherweise ein Grund, das katholische Köln zu verlassen, wird sich vorerst nicht entscheiden lassen. Doch sollte man letztere Möglichkeit bei zukünftigen Nachforschungen (s.u.!) im Hinterkopf behalten. Da alle bekannten Nagels im Scharfrichter-(oder im Abdecker)Beruf sich auf diesen Hermann Nagel zurückführen lassen, dürfte er tatsächlich der erste Scharfrichter seines Namens überhaupt gewesen sein. Dies passt zu meinen bisherigen Forschungsergebnissen, wonach keine der bekannten Scharfrichter- oder Abdeckerfamilien der Frühen Neuzeit in diesen Berufen vor 1500 erscheinen und alle zu ermittelnden "Stammväter" ins 16. oder ins 17. Jahrhundert zu datieren sind. Für Hermann Nagel aus Köln bedeutet dies, dass Sie seine Vorfahren aller Wahrscheinlichkeit nach nicht unter den Scharfrichtern zu suchen haben, sondern in anderen Berufen. Der Name "Nagel" kam jedenfalls, wie die Generalvikariatsprotokolle ausweisen, in Köln auch später noch vor. Da Köln für Sie doch in erreichbarer Nähe liegt, sollten Sie sich also einmal ins Historische Archiv der Stadt Köln begeben und dort Nachforschungen anstellen - Quellen, die dafür in Frage kämen, besitzt man dort reichlich! Obwohl ich im rheinischen Landesteil von NRW bisher noch nicht so intensiv forschen konnte wie in anderen Regionen, habe ich über die Scharfrichtereien nördlich der Linie Aachen-Köln (einschließlich dieser beiden Städte) einen guten Überblick. Der Name "Nagel" findet sich dort nur bei der Ehefrau Veronica Nagel von Johann Peter Held, seit 1744 Scharfrichter in Jülich. Diese stammte aber nicht aus der Umgegend, sondern aus Boppard, und Johann Peter Held hatte sie bereits aus seinem vorigen Dienstort Sinzig nach Jülich mitgebracht. Über die Abdeckereien im Herzogtum Kleve habe ich ebenfalls einen passablen Überblick, und auch dort kommt der Name "Nagel" nicht vor. Was die 1001 Abdeckereien in den Herzogtümern Jülich und Berg sowie im Kurkölnischen angeht, so hat diese bisher offensichtlich noch niemand systematisch erfasst. Es mag dort also den oder die andere/n Namensträger/in "Nagel" gegeben haben, doch soweit ich dies aus der Literatur und aus den Forschungen von Herrn Held ersehe, gab es eine länger ansässige FAMILIE Nagel dort gleichfalls nicht.
Wenn ich Ihnen auch nicht die einfache Lösung präsentieren konnte, hoffe ich doch, Ihnen zumindest einige Hinweise und Anregungen gegeben zu haben Für die Zukunft wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei Ihren weiteren Recherchen!
Mit freundlichen Grüßen Gisela Wilbertz


Richtschwert: Befindet sich im Musée dräi Eechelen in Luxemburg - Eine exakte Kopie befindet sich bei mir zu Hause. Die Kopie wurde von Stefan Roth in der Seelenschmiede nach gebildet.

Glaive de Justice: Se trouve au Musée dräi Eechelen -  Une copie exacte se trouve chez moi. La replique a été forger par Stefan Roth dans la forge Seelenschmiede

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Die Scharfrichter bei Wikipedia -  Les bouureaux de Wikipedia